Direct Lending für grössere Projekte: LEND erweitert sein Finanzierungsmodell um Anleihen

LEND erweitert den Zugang zu Direct Lending. Grössere Kreditprojekte können künftig über Anleihen finanziert werden. Damit schaffen wir eine Struktur, die höhere Finanzierungsvolumen mit dem direkten Zugang zu unserer Anlegergemeinschaft verbindet.

Das Grundprinzip bleibt bestehen: LEND bringt Kreditnehmer mit Anlegerinnen und Anlegern zusammen. Neu ist die rechtliche Struktur hinter der Finanzierung. Statt einzelne Teile einer Kreditforderung zu erwerben, zeichnen Anlegerinnen und Anleger eine Anleihe einer eigens für das Projekt gegründeten Tochtergesellschaft von LEND. Die Art und Weise, wie Anlegerinnen und Anleger auf der Plattform anlegen, ändert sich nicht.


Weshalb braucht es eine neue Struktur?

Die Bankenverordnung verlangt von einem Kreditnehmer bzw. einer Kreditnehmerin eine Bankenlizenz, wenn er bzw. sie von mehr als 20 Investoren mehr als 1 Million Franken entgegennimmt. Die Bankenverordnung will damit Einlagen schützen.

Anleihen sind keine Einlagen und sind deshalb von dieser Regelung ausgenommen, weshalb wir Projekte von mehr als 1 Million Franken mit einer Anleihe finanzieren.

«Mit der Finanzierung über eine Anleihe erweitern wir unser bewährtes Direct-Lending-Modell für grössere Kredite. Entscheidend bleibt für uns nicht die Grösse eines Projekts, sondern seine Qualität. Deshalb bleiben eine sorgfältige Kreditanalyse, klare Strukturen und eine transparente Darstellung der Risiken zentral.»
Stefan Jaecklin, Partner & Strategie bei LEND

So funktioniert die Finanzierung mit einer Anleihe

LEND gründet eine Tochtergesellschaft, die eine Anleihe ausgibt. Der alleinige Zweck dieser Gesellschaft ist, mit dem Erlös aus der Anleiheemission ein Kreditprojekt zu finanzieren. Sie finanziert keine anderen Kreditprojekte und betreibt kein operatives Geschäft.

Mit dieser Struktur können grössere Kreditprojekte finanziert werden. Rechtlich weicht die Struktur vom direkten Forderungskauf ab, wirtschaftlich wird weitgehend dasselbe erreicht. Anleger zeichnen die Anleihe über die LEND-Plattform direkt bei der Tochtergesellschaft, die das Kreditprojekt in der Bilanz hält. LEND übernimmt die Administration und Verwaltung des Kredits und leitet die Zahlungen des Kreditnehmers wie gewohnt an die Investoren weiter.

Für den Investor ist beim Kreditprojekt ersichtlich, dass die Finanzierung über eine Anleihe erfolgt. Im Übrigen ändert sich kaum etwas daran, wie in ein Kreditprojekt investiert wird. Nach Ablauf des Kreditprojekts und Rückzahlung sämtlicher Ansprüche kann die Tochtergesellschaft zur Finanzierung eines neuen Kreditprojekts eingesetzt werden.

Was unterscheidet die Anleihe vom bisherigen Modell?

Bei einer klassischen Direktanlage über LEND erwerben Anlegerinnen und Anleger einen Teil einer Kreditforderung. Bei der neuen Struktur zeichnen sie dagegen eine Anleihe einer Tochtergesellschaft von LEND.

Das wirtschaftliche Grundprinzip ist ähnlich: Die Rückzahlungen und Zinsen stammen aus dem finanzierten Kreditprojekt. Rechtlich handelt es sich jedoch um unterschiedliche Anlageformen. Bei der Anleihe haben die Anleger eine Forderung gegenüber der Tochtergesellschaft aus der Anleihe und nicht direkt aus der erworbenen Kreditforderung. Wirtschaftlich wird jedoch dasselbe erreicht: Zins- und Rückzahlungen aus der Anleihe hängen von den entsprechenden Zahlungen des Kreditnehmers ab.
Auch steuerlich besteht ein Unterschied. Zinszahlungen aus der Anleihe unterliegen grundsätzlich der schweizerischen Verrechnungssteuer von 35 Prozent. LEND führt diese direkt ab und weist den Betrag im Steuerausweis aus. In der Schweiz steuerpflichtige Anleger fordern ihn über die Steuererklärung zurück, Anleger im Ausland je nach Doppelbesteuerungsabkommen.
Alle relevanten Angaben zur Laufzeit, Verzinsung, Rückzahlung und Struktur finden Anlegerinnen und Anleger in den Informationen zum jeweiligen Kreditprojekt.

Welche Vorteile bietet die Struktur für Kreditnehmer?

Die Anleihestruktur ermöglicht die Finanzierung grösserer Kredite. Sie kann beispielsweise für Unternehmen und Immobilienprojekte interessant sein, deren Finanzierungsbedarf über die üblichen Beträge einzelner Crowdlending-Projekte hinausgeht.

Für Kreditnehmer ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Zugang zu einer bankenunabhängigen Finanzierungsquelle

  • Finanzierung grösserer Kreditbeträge

  • Strukturierung passend zum jeweiligen Projekt

  • Zugang zur Investorenbasis von LEND

Ob eine Finanzierung möglich ist und zu welchen Konditionen, hängt weiterhin von der Kreditprüfung, der Projektstruktur, den vorhandenen Sicherheiten und dem Risikoprofil ab.

Was bedeutet die Anleihe für Anlegerinnen und Anleger?

Anlegerinnen und Anleger erhalten Zugang zu grösseren Kreditprojekten, können sich aber wie gewohnt mit kleineren Investments daran beteiligen. Dadurch lässt sich ein solches Projekt als zusätzlicher Baustein in ein bestehendes Anlageportfolio aufnehmen und trägt somit zu einer guten Risikodiversifikation bei. Da die Gesamtbeträge deutlich grösser sind, kann auch die Mindestinvestition etwas höher sein.

Wie bei jeder Direktanlage in einen Kredit besteht ein Ausfallrisiko. Gerät der Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten, können Zinszahlungen oder Rückzahlungen verspätet erfolgen oder ganz ausfallen. Die Tochtergesellschaft trennt das jeweilige Projekt rechtlich von anderen Finanzierungen. Sie beseitigt aber nicht das Kreditrisiko des zugrunde liegenden Projekts.

Die Kreditanalyse bleibt entscheidend

Die neue Struktur ändert nichts an den Anforderungen, die LEND an ein Kreditprojekt stellt. Vor einer Finanzierung analysieren wir unter anderem die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers, seine Fähigkeit zur Bedienung des Kredits, die geplante Verwendung der Mittel und vor allem die für die Absicherung vorhandenen Sicherheiten.

Je nach Projekt werden weitere Faktoren berücksichtigt. Dazu können die Ertragskraft eines Unternehmens, bestehende Verpflichtungen, die Werthaltigkeit von Immobilien oder die geplante Rückführung des Kredits gehören. Erst nach Abschluss der Prüfung legt LEND die Struktur und die Konditionen des Projekts fest. Investoren erhalten vor ihrer Entscheidung Informationen zum Kreditnehmer, zum Projekt, zu den Sicherheiten und zu den wesentlichen Risiken.

Über zehn Jahre Erfahrung im Schweizer Kreditmarkt

LEND prüft und finanziert seit 2015 Kredite in der Schweiz. Bis Oktober 2026 wurden über die Plattform Kredite mit einem Gesamtvolumen von mehr als CHF 635 Mio. finanziert. CHF 132 Mio. davon entfielen auf die vergangenen zwölf Monate.

Über 10’000 registrierte Anlegerinnen und Anleger nutzen LEND, um direkt oder über strukturierte Lösungen in Schweizer Kredite und Hypotheken zu investieren. Darunter sind auch institutionelle Investoren.
Diese Erfahrung bildet die Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt. Mit projektbezogenen Anleihen erweitert LEND das bestehende Modell um eine Struktur für grössere Finanzierungen. Der Anspruch bleibt derselbe: Kreditprojekte sorgfältig prüfen, nachvollziehbar strukturieren und transparent zugänglich machen.

Ein neues Anleiheprojekt ist online

Die erste Finanzierung mit einer Anleihe ist online. Weitere Finanzierungen dieser Art werden folgen. Bei der konkreten Finanzierung handelt es sich um ein Kreditprojekt von insgesamt CHF 4 Millionen mit einer Laufzeit von 12 Monaten zu einem Nominalzins von 7%. Die Gebühr für Anleger beträgt nur 0.25%, netto zahlt die Anleihe also 6.75%.

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