Der Kreditprüfungsprozess bei LEND – unser gründliches Underwriting ist Kernkompetenz

Der Kreditprüfungsprozess bei LEND – unser gründliches Underwriting ist Kernkompetenz

Gründliches Underwriting ist bei LEND selbstverständlich

LEND konzentriert sich auf das Premium Segment bei den Kreditnehmern. Gute Schuldner sollen über LEND die Möglichkeit erhalten, faire Zinsen zu erhalten und schneller schuldenfrei zu werden. Die hohe Qualität der Schuldner bei LEND ist auch nachweisbar. Bis jetzt weist keines der bereits finanzierten Kreditprojekte einen Zahlungsrückstand auf. Die hohen Anforderungen an die Bonität und Zahlungsdisziplin der Kreditnehmer setzt einen sehr gründlichen, umfangreichen und strengen Kreditprüfungs- und Vertragsprozess  - auch Underwriting genannt - voraus.

(Eine Vorwarnung an alle Leser – wir haben versucht, diesen Artikel so kurz wie möglich zu halten – unser Underwriting-Prozess lässt sich jedoch leider nicht auf einer Seite zusammenfassen. In diesem Sinne wünschen wir viel Ausdauer und Lesevergnügen.)

Das Underwriting bei LEND lässt sich in folgende Prozessphasen aufteilen:

  1. Antragsprüfung

  2. Scoring (Bewertung)

  3. Belastbarkeitsprüfung

  4. Fraudprüfung

  5. Kreditvertragsprüfung

Die Antragsprüfung

In einer ersten Phase wird der Kreditantrag geprüft. LEND verfügt über eine eigene, umfangreiche Datenbank über Kreditnehmer in der Schweiz. Handelt es sich um einen Refinanzierungsantrag, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Kreditnehmer bereits in unserer Datenbank erfasst ist; Kredithistorie, Bonität und Zahldisziplin sind uns in diesem Fall bereits bekannt. Unabhängig jedoch davon, ob wir einen Schuldner bereits kennen oder nicht, führen wir einen Background-Check durch. Des Weiteren verlangen wir alle nötigen Daten und Dokumente des Kreditnehmers, verifizieren diese und lassen sie von Drittstellen echtheitsbestätigen. Zu diesen Dokumenten gehören u. a. folgende:

  • Echtheitsbestätigung des ID/Pass oder Ausländerausweises

  • Betreibungsauskunft

  • Lohnausweise

  • Bankauszüge

  • Mietverträge oder Hypothekarverträge

  • Auszüge der ZEK bzw. der IKO

  • Lohnausweise und Betreibungsauskunft des Ehepartners bei Doppelverdiener

  • Schlussabrechnung für bestehende Kredit bei Refinanzierungen

  • Kontoauszüge mit Zahlhistorie von Kreditkonten bei Refinanzierungen

Diese Dokumente werden von unserem Underwriting-Team genaustens geprüft, falls nötig werden weitere Dokumente oder Bescheinigungen eingefordert und alle Ergebnisse werden in unserer LEND internen Datenbank erfasst.

Scoring – Bewertung

In einer zweiten Phase wird der Kreditnehmer bewertet. Dazu verfügt LEND über ein proprietäres Scoring Model. Die Bewertungsskala reicht von der Höchstbewertung A bis zur schlechtesten Einstufung E. Alle während dem Antragsprozess aggregierten Daten fliessen in unser Scoring Modell ein. Es wird zwischen Hard Criteria und Soft Criteria unterschieden. Eine Hard Criterion ist zum Beispiel, ob ein Schuldner über eine Kredithistorie verfügt oder nicht. Kann der Kreditnehmer aufzeigen, dass er einen bestehenden Kredit (welchen er bei LEND refinanzieren will) immer pünktlich und vollumfänglich bedient hat, wird seine Bonität aufgewertet. Ein weiteres Kriterium für einen A oder B Score ist, dass der Schuldner über die Schweizer Staatsbürgerschaft oder einen C-Ausweis verfügt. Ist dies nicht gegeben, fällt er automatisch in die C oder D Rating Klasse. Kreditanträge mit E-Bewertung qualifizieren sich nicht für LEND. Oft kommen solche Schuldner dann bei Banken oder anderen Crowdlenders unter. Selbständig tätige Antragsteller werden nach erfolgreicher Prüfung in den Anlageklassen S2, S2 oder S3 angeboten. Unser Score Algorithmus berücksichtigt auch externe Bewertungen von Finanzdienstleister, denen wir angeschlossen sind und welche über Big Data über Kreditnehmer in der Schweiz verfügen, namentlich CRIF und Intrum Iustitia (Soft Criteria). Immer öfters berücksichtigen wir auch “Behavioral Data” in unserem Kredit-Underwriting.

Das Scoring bestimmt über die Höhe des Zinses und soll dem Investor eine sehr gute Indikation über das Risiko des Investments geben. Im Privatkreditgeschäft operieren viele mit Ratingklassen von A bis E. Was wir mit Bestimmtheit sagen können ist, dass sich ein A und B Score bei LEND bei den meisten Konkurrenten mit einem AA oder A Rating vergleichen lässt.

Belastbarkeitsprüfung

In einer dritten Phase kommt es zu einer Belastbarkeitsprüfung. Eine solche ist auch vom Konsumkreditgesetz (KKG) in der Schweiz vorgeschrieben. Mit unserem Fokus auf das Premiumsegment und unserem obersten Ziel, die Ausfallraten auf LEND so klein wie nur möglich zu halten, führen wir eine noch strengere Belastbarkeitsprüfung als die vom KKG vorgeschriebene durch.

Bei der Belastbarkeitsprüfung muss zuerst der Freibetrag berechnet werden. Aufgrund der Daten aus der Antragsprüfung und unserem internen Belastbarkeitsprüfungsmodell wird der Betrag berechnet, welcher dem Schuldner monatlich nach Abzug aller Lebensunterhaltskosten zur Bedienung des Kredits zur Verfügung steht. Auch hier rechnen wir wiederum sehr konservativ. Annahmen zu Unterhaltskosten werden von LEND grundsätzlich hoch angesetzt, um ein sehr konservatives Bild über den effektiven Freibetrag zu erhalten. Wenn wir diesen berechnet haben, überprüfen wir unsere Resultate mit dem Kreditfähigkeitsmodul (KREMO) der CRIF. Grundsätzlich nehmen wir immer den kleineren Freibetrag. Bei grösseren Abweichungen zwischen unserem Resultat und dem der KREMO, gehen wir natürlich nochmals über die Bücher.

Das KKG schreibt nun vor, wie hoch eine Kreditverschuldung maximal sein darf. Namentlich muss gemäss KKG ein Schuldner in der Lage sein, seine gesamte Kreditschuld inkl. Zinsen mit seinem Freibetrag innerhalb von 36 Monaten zurückzahlen zu können. Damit kann der maximale Kreditbetrag für einen Schuldner berechnet werden. Hat zum Beispiel ein Schuldner einen Freibetrag von CHF 2’000, darf bei einem Zinssatz von 8% sein Kreditbetrag CHF 60’000 nicht überschreiben, da er mit 60’000 auf 36 Monate bei einer monatlichen Rate von 1872.46 ist, mit 65’000 wäre er bereits darüber. Bei LEND sind wir jedoch jeweils weit weg vom maximalen Kreditbetrag gemäss KKG. Die somit berechneten Belastbarkeitsquoten unserer Kreditprojekte sind meistens unter 75%, in vielen fällen unter 50%. Eine Finanzierung soll für den Kreditnehmer sinnvoll und nachhaltig sein.

Fraud / Betrugs-Prüfung

Während des gesamten Underwriting-Prozesses halten wir Ausschau auf möglich Betrugsindikatoren. Wir nutzen dazu modernste Tools, so zum Beispiel Device Fingerprinting und viel gesunden Menschenverstand. Unsere Mitarbeiter kennen sich mit diesem Geschäft sehr gut aus und kennen dank der langjährigen Erfahrung die Indizien für einen möglichen Betrugsfall. So wird vom Kunden generell eine Mischung von Dokumentkopien und Originaldokumenten vor der Auszahlung des Kredits verlangt. Telefonische und amtliche Nachprüfungen, sowie Nachforschungen durch Drittparteien sind zusätzliche Massnahmen, welche wir zur erfolgreichen Betrugs-Prävenzion einsetzen.

Kreditvertragsprüfung

Die letzte Phase ist die Kreditvertragsprüfung. Sie findet nach der Finanzierung und vor der Kreditauszahlung statt. Hier wird neben allen Kreditverträgen nochmals der gesamte Underwriting-Prozess (Phase 1 bis 4), inkl. aller Dokumente und Bescheinigungen ein zweites Mal verifiziert.

Ein Kreditantrag wird von unserem Underwriting-Team mehrmals von mehreren Personen geprüft und detailliert dokumentiert. LEND will die beste Qualität und diese hat seinen Preis, aber auch einen klaren Nutzen für unsere Anleger.

Andy Siemers
Founder

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