Wie steht es um das Finanzwissen der nächsten Generationen?

Wie steht es um das Finanzwissen der nächsten Generationen?

Finanzwissen der nächsten Generationen

In der NZZ klagt eine Wirtschaftsprofessorin in einem Artikel über mangelndes Finanzwissen der jungen Generation. Wir erleben bei LEND eher gut informierte Kunden – egal in welchem Alter – und wollten mal genauer wissen, wie es mit der Bildung im Bereich Finanzen bei jungen Schweizern aussieht.

Erster Kontakt mit Geldgeschäften

"Überall auf der Welt fehlt es an Wissen über Finanzfragen – gerade auch unter Jugendlichen" heisst es in dem Artikel. Sich mit dem eigenen Geld zu beschäftigen ist dabei gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Man tut es von klein an: Der grösste Teil der Kinder in der Schweiz bekommt zwischen 6 und 10 Jahren zum ersten Mal Taschengeld. Mit etwa 8 Jahren können Kinder die Konzepte von Geld, Wert und Sparen begreifen.

Zunächst sind die Beträge natürlich klein. Erste grössere Anschaffungen werden – meist noch mit Unterstützung der Eltern oder vielleicht durch erstes Einkommen aus einem Nebenjob – im Teenager-Alter getätigt. Hier empfiehlt es sich, auch in der Familie offen über Finanzen zu sprechen. Dies fördert das Interesse, Grundregeln der Finanztheorie erlernen zu wollen. Dabei geht es nicht um komplexe Zusammenhänge, sondern eine Vorbereitung auf kommende praktische Herausforderungen. Diese stehen spätestens bei der Entscheidung für eine Ausbildungs- oder Studienfinanzierung an. Oder beim nächsten Schritt: Die Finanzierung der eigenen Wohnung, der ersten Einrichtung oder eines Autos. Und spätestens dann muss sich ein junger Mensch mit dem Thema Finanzen, Versicherungen und Altersvorsorge beschäftigen.

Praktisches Finanzwissen wird früh erlernt

Wer früh in der Familie den Umgang mit Geld beobachtet und selbst Erfahrungen machen kann, schneidet später in Finanzangelegenheiten bei der Geldanlage und der Altersvorsorge meist besser ab.
Ein Paper der Universität St.Gallen zeigt, dass 15-jährige Schülerinnen und Schüler in der Deutschschweiz im Bereich Finanzen ein höheres Bildungsniveau aufweisen, als Gleichaltrige im Rest der Schweiz. Interessant wird das im Kontext eines Umfrageergebnisses im Auftrag der Credit Suisse. Dieses verkündet, dass Kinder in der Deutschschweiz im Durchschnitt am frühesten Taschengeld und Zugang zu Bankkonten erhalten.

Eine Prognos Studie unter etwa 1000 Lernenden bescheinigt ein gutes praktisches Finanzwissen: Die Mehrheit weiss über den eigenen Kontostand Bescheid und überprüft diesen mindestens einmal in der Woche. Es dominiert ein äusserst zurückhaltender und vorsichtiger Umgang mit Geld. Alle Lernenden hatten während ihrer Ausbildung allgemeinbildenden Unterricht oder wirtschaftliche Fächer, in denen die Themen Budget und Umgang mit Geld und Lohn behandelt werden.

Wofür legen die Jungen ihr Geld zur Seite?

Die Jugendlichen sparen, laut einer Studie der Universität Zürich, am häufigsten für Ferien und Reisen, an zweiter Stelle für den Führerschein oder ein Fahrzeug und an dritter für die eigene finanzielle Sicherheit.
Eine grosse Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt sich vor, monatlich etwas Geld zurückzulegen und fast alle setzen das Ziel auch in der Praxis um. Der sparsame Umgang mit Geld entspringt dabei keiner Geldknappheit – er ist vielmehr als Antwort auf die insbesondere für junge Menschen neue Herausforderung zu sehen, eigenverantwortlich mit grösseren Geldbeträgen umzugehen.
Die meisten stecken ihr Erspartes zunächst ins sprichwörtliche Sparsäuli – doch immer mehr sind neuen Angeboten wie Crowdlending oder Crowdinvesting gegenüber aufgeschlossen und sehen es als innovative Erweiterung ihrer finanziellen Möglichkeiten. Sie wissen, es gibt für die Geldanlage bedeutend bessere Alternativen als das Bankkonto.

Welche Herausforderungen stellen sich?

Dass Finanzwissen wichtig ist, scheint allgemein unumstritten zu sein. Das Vermitteln von praktisch anwendbarem Wissen wurde aber lange vernachlässigt. In der Schweiz hat man diesen Mangel in der Schulbildung erkannt und den Lehrplan 21 beschlossen. So haben auch Schüler, die im Elternhaus wenig darüber lernen, die Chance, diese Kenntnisse zu erlangen. Initiativen wie diese oder der Jugendlohn belegen, dass der Finanzbildung der kommenden Generationen immer mehr Bedeutung zugemessen wird.

Wo man ihnen noch unter die Arme greifen muss, sind die Themen Altersvorsorge, Versicherung und richtiges Investieren. Hier können die älteren Semester viel ihrer Erfahrung weitergeben.
Manch einer wünscht sich sicher, früher mit dem Sparen fürs Alter angefangen zu haben. Wer seine Finanzen beispielsweise mit der 50-30-20 Regel im Griff hat, kann einen Teil seiner Einkünfte früh anlegen.
Auch welche Versicherungen wichtig sind und worauf man achten sollte, ist etwas, das man nicht in der Schule lernt. Klar, die Haftpflichtversicherung ist bekannt. Aber macht für einen Tierbesitzer vielleicht eine Tierversicherung Sinn? Oder brauche ich als Kreditnehmer beispielsweise eine Kreditausfallversicherung?
Über das Thema, wie man sein Geld richtig anlegt, sind ganze Bücher geschrieben worden. Eine neue Möglichkeit ist die Geldanlage in Schweizer Kredite. Aber wie viel sollte eine junge Person anlegen? Welche Rendite ist zu erwarten? Das sind Fragen, bei denen Erfahrungswerte helfen können. Und: Wenn es ums Geld geht, ist die erste Anlaufstelle um sich Rat zu holen für die meisten die eigene Familie.

Florian Kübler
Founder

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