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Crowdfunding in der Schweiz 2026: Der Markt wächst wieder – vor allem bei Immobilienprojekten
Nach drei Jahren mit rückläufigen Volumen zeigt der Schweizer Crowdfunding-Markt wieder nach oben: 2025 wurden insgesamt CHF 629 Millionen über Crowdfunding-Plattformen vermittelt. Das entspricht einem Wachstum von 14.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Schluss kommt der jüngst veröffentlichte "Crowdfunding Monitor Schweiz 2026" der Hochschule Luzern (HSLU).
Besonders erfreulich: Der Wachstumstreiber war erneut das Crowdlending – also die Vermittlung von Krediten zwischen privaten oder institutionellen Anlegern und Kreditnehmern. Genau in diesem Bereich gehört LEND seit Jahren zu den etablierten Schweizer Plattformen. Gemäss Studie wurden 2025 über Crowdlending-Plattformen CHF 479.8 Millionen vermittelt. Das entspricht einem Wachstum von 18.2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Crowdfunding bleibt relevant
Seit dem Start der ersten Crowdfunding-Plattformen in der Schweiz wurden inzwischen rund CHF 5.5 Milliarden vermittelt. Nach einigen Jahren des rasanten Wachstums hat sich Crowdfunding neben dem traditionellen Bankensektor etabliert.
Gerade deshalb ist die Entwicklung spannend. Denn alternative Finanzierungsformen gewinnen dort an Bedeutung, wo klassische Anbieter zurückhaltender werden oder aus strukturellen Gründen nicht aktiv sind. Genau dort hat Crowdfunding seine Nische gefunden.
Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren professionalisiert. Plattformen mit klarer Positionierung, funktionierenden Prozessen und nachhaltigen Geschäftsmodellen setzen sich langfristig durch. LEND hat sich im Crowdlending immer breiter aufgestellt und vermittelt mittlerweile neben Privatkrediten auch Firmenkredite und Hypotheken.
Immobilien-Crowdlending wächst besonders stark
Auffällig ist insbesondere die Entwicklung im Bereich Real Estate Crowdlending. Nach zwei schwächeren Jahren legte dieses Segment 2025 deutlich zu: Das vermittelte Volumen stieg um 38 Prozent auf über CHF 275 Millionen.
Die HSLU sieht hierfür klare Gründe. Strengere regulatorische Vorgaben – insbesondere Basel III Final – führen dazu, dass Banken für gewisse Immobilienentwicklungsprojekte mehr Eigenkapital hinterlegen müssen. Das verteuert klassische Finanzierungen und öffnet Crowdlending-Plattformen zusätzliche Marktchancen. Der Bedarf an alternativen Finanzierungsquellen im Immobilienbereich hat stark zugenommen. Und Studienleiter Prof. Dr. Andreas Dietrich sagt: "Für 2026 erwarten wir in diesem Segment ein erneutes Wachstum von rund 30 Prozent."
Privatkredite stabilisieren sich auf hohem Niveau
Auch Consumer Crowdlending – also Kredite an Privatpersonen – entwickelte sich 2025 stabil. Nachdem das Volumen im Vorjahr stark gewachsen war, blieb der Markt mit CHF 74.1 Millionen praktisch konstant.
Interessant dabei: Die durchschnittliche Kreditsumme liegt mittlerweile bei rund CHF 52’500 und nähert sich damit dem klassischen Schweizer Konsumkreditmarkt an.
Die Studie zeigt gleichzeitig, dass Crowdlending bei Privatkrediten zwar weiterhin ein kleiner Marktanteil bleibt, sich aber etabliert hat. Der Anteil am gesamten Schweizer Konsumkreditmarkt lag 2025 bei rund 1.2 Prozent.
Der Markt wird erwachsener
Der Schweizer Crowdfunding-Markt bewegt sich weg von der reinen Wachstumsphase hin zu einem reiferen Markt mit klaren Spezialisierungen.
Gleichzeitig steigt auch die regulatorische Aufmerksamkeit. Crowdlending gehört zum sogenannten NBFI-Bereich (Non-Bank Financial Intermediation), der international zunehmend stärker beobachtet wird. Die Schweizerische Nationalbank erwähnt diesen Bereich inzwischen explizit in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2025.
Für Plattformen bedeutet das vor allem eines: Transparenz, professionelles Risikomanagement und hohe Datenqualität werden künftig noch wichtiger. LEND geht hier mit gutem Beispiel voran und veröffentlicht regelmässig umfassende Statistiken zu seinem Kredit-Portfolio. Darunter auch detaillierte Diagramme zu Ausfallraten.
Ausblick 2026: Weiteres Wachstum erwartet
Für das laufende Jahr rechnen die Studienautoren mit einem weiteren Wachstum des Schweizer Crowdfunding-Markts von 10 bis 15 Prozent.
Besonders gute Perspektiven sehen sie weiterhin im Crowdlending – insbesondere bei Immobilienprojekten, aber auch bei alternativen Finanzierungslösungen für KMU und Privatpersonen.
Der Schweizer Crowdfunding-Markt bleibt damit zwar kleiner als klassische Finanzierungsformen, entwickelt sich aber zunehmend zu einer festen Ergänzung des Finanzsystems – digital, flexibel und nah an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer.