FinTech

Inhaltsübersicht

  1. Begriffsdefinition "FinTech"
  2. FinTech: Vorteile und Potenzial
  3. FinTech-Szene in der Schweiz

Begriffsdefinition "FinTech"

Nach wie vor gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs “FinTech”, dennoch lassen sich unter der Kurzform zu “financial technology” Innovationen im Finanzbereich verstehen, die zu neuen Finanzinstrumenten, -dienstleistungen oder Geschäftsmodellen führen. Häufig wird bei FinTech von dem jeweiligen Unternehmen gesprochen, welches die Innovation anbietet. Auch das Unternehmen hinter LEND (Switzerlend AG) wird als FinTech bezeichnet.

Die Finanztechnologie wird oft als disruptive Technologie betrachtet, da sie das Potenzial hat, bestehende Dienstleistungen teilweise vollständig zu ersetzen. Noch liegen die Marktanteile von FinTech-Unternehmen jedoch im Promille-Bereich.

Der Markt, in welchem FinTech-Unternehmen tätig sind und Innovationen setzen, kann in folgende Teilbereiche gegliedert werden:

Analytics

  • Big Data,
  • Machine Learning
  • KI

Banking Infrastructure

  • Identity & Security Management
  • Information & Transaction Platform
  • Personal & Business Finance Management

Distributed Ledger Technology

  • Kryptowährungen
  • Blockchain

Deposit & Lending

Investment Management

  • Robo Advisor
  • Social Trading

Payment

  • Mobile Payment
  • Online Payment
  • Money Transfer

FinTech: Vorteile und Potenzial

Im Bereich der FinTech sind zum Grossteil StartUp- und junge Unternehmen aktiv. Das grosse Potenzial des FinTech-Sektors liegt vor allem in seiner Agilität sowie der Möglichkeit, auf Technologie zurückzugreifen und somit Prozesse stark zu automatisieren. Dadurch können erhebliche Effizienzsteigerungen und folglich Kosteneinsparungen erreicht werden.

Dies hat zur Folge, dass FinTechs Dienstleistungen zu günstigeren Konditionen anbieten und im direkten Wettkampf mit traditionellen Instituten stehen.

Auf der anderen Seite ist es durch die schlanke Kostenstruktur möglich Geschäfts- oder Kundenbereiche anzusprechen, die für traditionelle Institute defizitär und somit nicht lukrativ sind. In einer solchen Konstellation ergänzen FinTechs klassische Institute. Nicht selten werden in einem solchen Szenario die jeweiligen FinTech-Unternehmen durch die klassischen Institute übernommen und die Dienstleistung in das Produktportfolio eingegliedert.

Die hervorgebrachten Finanzinnovationen bieten vor allem Verbrauchern Vorteile, indem sie bei deutlich geringerem Aufwand bzw. zu niedrigeren Kosten Geld anlegen, Kredite aufnehmen oder Beratung in Anspruch nehmen können.
Vorteilhaft auf die Entwicklung von FinTech-Unternehmen wirken dabei unter anderem die Bereiche Big Data und Cloud Computing sowie die zunehmende Verbreitung von mobilen Elektronikgeräten wie Smartphones oder Tablets in Verbindung mit kontinuierlichem Zugang zum Internet.

FinTech-Szene in der Schweiz

Im weltweiten Vergleich nehmen noch immer die USA die führende Rolle bei FinTechs ein. Der europäische Markt gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Die führende Position nimmt hier das Vereinigte Königreich ein.

Die FinTech-Szene in der Schweiz ist vergleichsweise klein, kann aber starke Wachstumszahlen vorweisen. Dies zeigt sich zum einen an der Zahl der Unternehmen in diesem Sektor, welche Ende des Jahres 2017 220 betrug.
Darüber hinaus steigen auch die Investitionen in diesen Bereich. In 2017 flossen knapp 130 Millionen Schweizer Franken in junge FinTech-Unternehmen, was einer Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Zum Wachstum beigetragen hat in den Jahren 2016 und 2017 vor allem auch der Bereich Crowdlending. Crowdlending-Plattformen wie LEND vermitteln erfolgreich und in stark wachsender Zahl Privatkredite und Geschäftskredite und stellen dabei zunehmend eine Alternative zu traditionellen Kreditinstituten wie Banken dar.

Besonders hervor tut sich der jüngeren Vergangenheit zudem der Bereich Kryptowährungen. Das Schweizerische Zug hat sich zu einem globalen Zentrum für die Krypto- und Blockchain-Technologie entwickelt und zieht zahlreiche Unternehmen an.

Zudem kann die Schweiz als Standort punkten. Allen voran Zürich und Genf bieten aufgrund ihrer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten sowie durch die gute technologische Infrastruktur beste Bedingungen für junge Unternehmen.