Interview mit Claudio Schneider zu Krediten als Anlageklassen

Interview mit Claudio Schneider zu Krediten als Anlageklassen

Interview mit Claudio Schneider zu Krediten als Anlageklassen

Claudio Schneider ist Partner bei LEND und auch privat als Anleger auf der Plattform aktiv. Im Interview erklärt er, worauf man beim Investieren in Kredite achten sollte und warum immer mehr Schweizer diese neue Anlageklasse ausprobieren.

Claudio, das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern hat in der aktuellen Studie “Crowdfunding Monitoring Schweiz 2017” festgestellt: Immer mehr Schweizer vertrauen und nutzen Crowdlending. Was ist Deiner Meinung nach der Grund für diese starke Entwicklung?

Nach meiner Ansicht ist das Thema „Vertrauen“ zentral bei Geldangelegenheiten. Sowohl private, als auch institutionelle Anleger wollen ihr Geld natürlich renditestark anlegen, aber auch die Hintergründe ihrer Investition kennen. Durch einen sehr transparenten Prozess ist Crowdlending dafür prädestiniert. Und der Erfolg gibt uns recht: Laut der Studie ist von 2015 auf 2016 das Volumen beim Crowdlending um stattliche 597% gestiegen!

Welche Massnahmen bietet LEND, um das Vertrauen auf Anlegerseite zu erhöhen?

Zunächst haben wir wie gesagt einen sehr transparenten Kreditvergabeprozess. Die Konditionen sind sowohl für Anleger, als auch für den Kreditnehmer sehr fair, schnell zu verstehen und so im Finanzmarkt kaum zu finden. Um das Kreditausfallrisiko zu minimieren, arbeiten wir mit unserer strategischen Partnerin Intrum Justitia zusammen, die mit ihrem Know How die Bonitätsprüfung vorbereitet. Und unser Scoring-System gibt einen schnellen Einblick, mit welchem Risiko eine Investition verbunden ist. Mit all diesen Massnahmen haben wir es erreicht, in 16 Monaten unseren Anlegern eine durchschnittliche Rendite von 5-6% nach Gebühren zu ermöglichen – und das ohne einen einzigen Kreditausfall.

Ausserdem haben wir zusammen mit unseren über 700 privaten und verschiedenen institutionellen Anlegern ein Investor-Dashboard gebaut, das die Portfolio-Gestaltung erleichtert. Der Anleger hat jederzeit und live alle Projekte, in die er investiert hat, im Blick – also volle Transparenz. Wir wollen den höchsten Ansprüchen genügen.

Wie schätzt Du die Entwicklung des Crowdlending Markts ein?

Crowdlending Crowdfunding Entwicklung 2017

Laut „Crowdfunding Monitoring Schweiz 2017“ wächst der Crowdfunding-Markt in 2017 auf ein Volumen von 300 - 400 Millionen. Crowdlending ist dabei derzeit der stärkste Wachstumsbereich. Allein von 2015 auf 2016 ist das Volumen von 7.9 Mio auf 55.1 Mio Schweizer Franken gestiegen. Auch bei LEND merken wir einen starken Anstieg – sowohl auf der Seite der Kreditanträge, als auch bei der Registrierung neuer Anleger. Wir sind in der Lage nur die besten Projekte auf die Plattform zu stellen. Ich denke, dass der P2P-Lending-Markt zukünftig auch immer interessanter für institutionelle Anleger sein wird. Ebenso auf der Kreditnehmer-Seite für Unternehmen, zum Beispiel KMUs.

Wie investierst Du selbst?

Bei der Ausarbeitung meiner Anlagestrategie bin ich wie folgt vorgegangen: Erstens habe ich festgelegt, welchen Anteil meines Vermögens ich über LEND in den Privatkreditmarkt Schweiz investieren will. Bei mir sind das etwas über CHF 100’000. In einem zweiten Schritt habe ich mir überlegt, wie diversifiziert mein Kreditportfolio sein soll, sprich über wie viel Kreditprojekte ich mein Investment streuen will. LEND rät allen Investoren, ein gut diversifiziertes Portfolio aufzubauen, um das Risiko zu optimieren. Persönlich habe ich mich entschieden, immer in mindestens 20 Kreditprojekte investiert zu sein. Durch das Festlegen meines Gesamtinvestments (CHF 100’000) und der minimalen Diversifikation (mind. 20 verschiedene Kreditprojekte) hatte ich eine Vorstellung meines durchschnittlichen Betrags pro Anlage: ca. CHF 5’000. Mein Portfolio habe ich über ca. drei Monate aufgebaut. Vorerst hatte ich hauptsächlich in Projekte mit kürzeren Laufzeiten investiert, heute weiss ich, dass im Schweizer Kreditmarkt fast 50% aller Kredite vorzeitig zurückgezahlt oder refinanziert werden, d.h. die Laufzeiten der einzelnen Projekte sind für mich nicht mehr ausschlaggebend. Im Gegenteil, heute wähle ich Projekte mit längeren Laufzeiten aus, welche für das gleiche Rating höhere ZInsen zahlen aufgrund der steigenden Zinskurven.

Welche Erfahrungen hast Du mit Deinem LEND-Investment gemacht?

Investieren mit Crowdlending bei LEND

Der Aufbau des Portfolios hat richtig Spass gemacht. Ich bin seit über 20 Jahren im Finanzbereich tätig, hatte aber noch nie die Gelegenheit, mit kleinen Beträgen in so attraktive Anlagemöglichkeiten zu investieren. LEND stellt alle risikorelevanten Daten eines Kreditprojekts sehr übersichtlich dar. Man kann sich von jedem Kreditnehmer ein gutes Bild machen und seine Projekte anhand dieser detaillierten Darstellung selber selektieren. Die Portfolioübersicht im Investoren-Dashboard ist sehr übersichtlich und detailliert zugleich. Zahlungsströme, realisierte Nettorenditen und Gebühren werden auf jeden Rappen und Basispunkt angezeigt. Online und Real-Time kann ich einsehen, welche Erträge mir das Portfolio über die nächsten Jahren pro Monat generiert. Als Investor habe ich bei LEND die volle Kontrolle. Mein Kreditportfolio generiert mir aktuell einen monatlichen Zahlungseingang von ca. CHF 2’500, wovon um die CHF 2'000 Amortisation (Kapitalrückzahlung) und etwa CHF 500 reiner Zinsertrag ist. Da können Obligationen nicht mithalten. Zu guter Letzt weiss ich auch, dass ich mit meinen Investitionen Gutes tue und anderen Menschen zu besseren, fairen Zinsen verhelfe. Wenn Banken und Grossunternehmen sich bei 0% finanzieren können, sollen auch unsere Bürger die Möglichkeit bekommen, weniger hohe Zinsen bezahlen zu müssen. LEND macht es möglich.

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Stepán Kopec

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